Wetterstation
Markneukirchen

Rückblick

Wetterrückblick & Vergleich

Februar 2020
Februar 2021
Mitteltemperatur Niederschlag Sonnenschein
3,0 °C 87,3 l/m² 41,3 Std.
-1,0 °C 48,2 l/m² 98,2 Std.

Winter 19/20
Winter 20/21
Mitteltemperatur Niederschlag Sonnenschein
1,9 °C 164,4 l/m² 146,9 Std.
-0,6 °C 163,7 l/m² 142,0 Std.

Jahr 2020 (Jan. - Feb.)
Jahr 2021 (Jan. - Feb.)
Mitteltemperatur Niederschlag Sonnenschein
1,8 °C 117,6 l/m² 95,1 Std.
-1,4 °C 125,0 l/m² 125,4 Std.


 RÜCKBLICK WINTER 2020/2021: Ein weitgehend normaler Winter und doch extrem
  Autor: Florian Wunderlich am 01.03.2021 um 12:09 (UTC)
 
Die Jahreszeiten in der Meteorologie und Klimatologie umfassen bekanntlich immer volle drei Monate. In die Statistik des Winters zählen somit die Monate Dezember, Januar und Februar. In diesem Jahr kam das Winterwetter erst gegen Weihnachten, zuvor war der Dezember überwiegend mild, trocken und trüb. Pünktlich zu Weihnachten drehte die Strömung und brachte fortlaufend immer wieder Schneefälle und eine ordentliche Schneedecke, die den ganzen Januar hinweg blieb. Während in der ersten Januarhälfte noch winterliche Temperaturen vorherrschten, kamen anschließend kurze Phasen mit starkem Tauwetter und Regenfällen, welche Bäche und Flüsse teils über die Ufer haben treten lassen. Ein erneuter Wintereinbruch, der Anfang Februar durch eine markante Luftmassengrenze zustande kam, brachte erstmals seit vielen Jahren weiten Teilen des Landes eine geschlossene Schneedecke, die sogar für mehrere Tage bestand hatte. Anschließend gipfelte der Winter in einer knapp einwöchigen Kältewelle, welche verbreitet eisige Nächte und Tage zur Folge hatte. Doch das Ende des Winters war schnell besiegelt als Ende Februar Temperaturen von 15 bis teils über 20 Grad reihenweise neue Monats- und Jahreszeitrekorde aufgestellt wurden.

Blicken wir nun auf die genauen Zahlen für Markneukirchen. Während der Dezember noch deutlich zu warm ausgefallen war, blieben der Januar und Februar unter Berücksichtigung der neuen Referenzperiode eher durchschnittlich beziehungsweise leicht zu kühl. Für den gesamten Winter ergab sich daraus eine Mitteltemperatur von -0,6 Grad. Das entspricht einer kaum nennenswerten Abweichung von +0,1 Grad gegenüber der neuen Referenzperiode der Jahre 1961 bis 1990. Die Abweichung zur Referenzperiode der Jahre 1961 bis 1990, welche für die langfristige Beurteilung der Klimaveränderungen wichtig bleibt, beträgt in diesem Winter recht deutliche +1,5 Grad. Die tiefste Temperatur des Winters wurde am 13. Februar mit -18,4 Grad gemessen, die höchste nur 12 Tage später, am 25. Februar mit 17,8 Grad. An 32 Tagen blieb die Temperatur ganztägig im Frostbereich, das sind die sogenannten Eistage, von denen es im Winter 2019/20 nur zwei gab. An 9 Tagen sank die Temperatur sogar in den zweistelligen Frost, was im vorherigen Winter nicht ein einziges Mal vorkam.

Während der Winter im Dezember trocken begann und Ende Februar ebenso trocken endete, lagen dazwischen einige niederschlagreiche Wochen. Im gesamten Winter fiel an 53 Tagen Niederschlag, darunter an 41 Tagen auch als Schnee. Die höchste Tagessumme wurde am 23. Dezember mit 20,7 Liter pro Quadratmeter (l/m²) gemessen. Insgesamt kam eine Niederschlagssumme von 163,7 l/m² zusammen. Dies entspricht mit 101 Prozent fast exakt dem Mittel von 1991 bis 2020 und 97 Prozent des Klimamittels von 1961 bis 1990. An 55 Tagen lag eine geschlossene Schneedecke, an 4 Tagen eine durchbrochene Schneedecke beziehungsweise Schneereste. Die höchste Schneedecke des Winter wurde am 11. Februar mit 28 Zentimeter gemessen, mehr war es zuletzt im Januar 2019.

Der Dezember und Januar waren dabei sehr trübe Monate. Nur ein geringer Teil der üblichen Sonnenscheindauer des Winters kam überhaupt in diesen beiden Monaten zusammen. Besserung brachte erst der Februar, der einzeln sogar deutlich überdurchschnittlich sonnig war. Die höchste Tagessumme gab es am 21. Februar mit 9,8 Sonnenstunden. Insgesamt kam in den drei Wintermonaten eine Sonnenscheindauer von 142,0 Stunden zusammen. In Bezug auf das neue Mittel von 1991 bis 2020 war das eine negative Abweichung von 11 Prozent und ein Minus von knapp 9 Prozent im Vergleich zu 1961 bis 1990.

Der Winter, auch bekannt als Hauptsaison der Stürme, blieb in diesem Jahr unter seinen Möglichkeiten zurück. Kaum nennenswerte Sturmereignisse gab es von Dezember bis Februar. Die stärkste Windböe wurde an der Wetterstation am 07. Dezember mit 56,3 Kilometer pro Stunde (km/h) gemessen, das höchste Tagesmittel am 27. Dezember mit 21,0 km/h.

Kurz um kann man festhalten, dass der Winter sehr viele Facetten und auch Extreme gezeigt hat, im Großen und Ganzen aber doch recht durchschnittlich ausgefallen ist, zumindest wenn man bei den Temperaturen die neue und auch wärmere Referenzperiode heranzieht.



 

 RÜCKBLICK FEBRUAR 2021: Ein Monat mit extremen Gegensätzen
  Autor: Florian Wunderlich am 01.03.2021 um 12:06 (UTC)
 
Wie ich im Januar-Rückblick bereits geschrieben habe, ist der Februar in unseren Breiten der Monat, der einerseits viel Schnee und Kälte, auf der anderen Seite aber auch die Vorboten des Frühlings hervorbringen kann. Der Februar 2021 hat im Grunde genommen sein ganzes Spektrum an Möglichkeiten ausgeschöpft. Der Monat war in der ersten Hälfte eisig kalt und schneereich, in der zweiten Hälfte brachen durch eine Warmphase dagegen die Februarrekorde am laufenden Band.

Der Monat begann zunächst noch recht mild, so wurden am 03. Februar noch 6,8 Grad Celsius (°C) an der Wetterstation gemessen. Nach einer sehr markanten Luftmassengrenze am ersten Februarwochenende, setzte sich jedoch unter Hochdruckeinfluss die Kälte aus Nordosten durch. So gab es vom 08. bis 15. Februar jede Nacht zweistellige Minustemperaturen und auch tagsüber blieb das Thermometer im Dauerfrost stecken. Die tiefste Temperatur wurde am Morgen des 13. Februar mit -18,4 °C gemessen, direkt über der Schneedecke ging die Temperatur bis auf -25 °C zurück, ein neuer Rekord seit Messbeginn. Einige Tage zuvor, am 10. Februar, wurde mit einem Tagesmaximum von -9,8 °C ebenfalls ein neuer Rekord für die tiefste Tageshöchsttemperatur gemessen. Ab der Monatsmitte verlagerte das Hoch seinen Schwerpunkt von Skandinavien allmählich nach Ost- und anschließend nach Südeuropa. Binnen einer Woche drehte die Strömung von Winter auf Frühling. In der letzten Februarwoche brachen damit die Monatsrekorde ohne Unterlass. Am 23. und 24. Februar wurden an der Wetterstation bereits 16,4 °C gemessen, der alte Rekord von 15,7 °C vom 27. Februar 2019 wurde also schon hier überschritten. Am 25. Februar stieg die Temperatur am Nachmittag sogar auf 17,8 °C, ein Wert der im Jahr 2020 erstmalig am 06. April erreicht wurde. Damit lag zwischen der Tiefsttemperatur vom 13. und der Höchsttemperatur vom 25. Februar ein Unterschied von 36,2 Kelvin (Grad).

Aus all diesen Extremen ergab sich letztlich eine Monatsmitteltemperatur von -1,0 °C. Das ist eine Abweichung von -0,4 Grad gegenüber des neuen Mittels von 1991 bis 2020 und eine Abweichung von +0,9 Grad gegenüber der Referenzperiode von 1961 bis 1990.

Während in der ersten Hälfte des Februars noch die Niederschläge, hauptsächlich als Schnee dominierten, zeigte sich die zweite Hälfte eher trocken. Den meisten Tagesniederschlag gab es am 08. Februar mit 14,7 Liter pro Quadratmeter (l/m²). Am 11. Februar wurde mit 28 Zentimeter die höchste Schneedecke gemessen. Insgesamt fiel im Februar an 15 Tagen Niederschlag, davon an 9 Tagen auch als Schnee. An 17 Tagen lag eine geschlossene Schneedecke, an 4 weiteren Tagen lagen noch Schneereste im Stationsfeld. Die Gesamtsumme des Niederschlags lag bei 48,2 l/², ein Plus von 10 Prozent gegenüber des Klimamittels der Jahre 1991 bis 2020 und ein marginales Plus von 6 Prozent gegenüber 1961 bis 1990.

Nach trüben ersten Wochen des Jahres, kehrte die Sonne um den 10. Februar aus ihrer vermeintlichen Winterpause zurück und verwöhnte uns anschließend mit reichlich Licht. Trotz starker Trübung durch Saharastaub gab es in der letzten Woche des Monats häufig 8 bis 9 Stunden Sonne am Tag. In Summe brachte es die Sonne im Februar auf 98,2 Stunden. 31 Prozent mehr als im Mittel von 1991 bis 2020 und ein Plus von 36 Prozent gegenüber 1961 bis 1990.

Der Aspekt mit dem Saharastaub beschäftigte uns gleich zweimal im Februar. Bereits Anfang des Monats gab es einen Schwung Sand aus der Wüste, der durch Schneefall aus der Atmosphäre gewaschen wurde und als dünne, gelbe Schicht über dem Schnee zur Geltung kam. Ende Februar gab es erneut über Tage hinweg eine starke Lufttrübung durch Saharastaub über Deutschland und Mitteleuropa, der durch den kräftigen Hochdruckeinfluss - anders als gewöhnlich - in die tieferen Luftschichten gedrückt wurde und somit zu gefährlich hohen Feinstaubkonzentrationen in der Atemluft führte.

Der Februar war bereits das dritte Jahr in Folge geprägt von einer ungewöhnlich starken Warmphase, die Rekorde an vielen Wetterstationen mit langen Messreihen brach. Etwas, das ein klares Zeichen des Klimawandels ist. Wetterextreme, deren Häufigkeit und Intensität zunimmt.

Der Februar 2021 im Archiv


 

 RÜCKBLICK JANUAR 2021: Winterlicher, nasser und trüber Jahresstart
  Autor: Florian Wunderlich am 01.02.2021 um 21:33 (UTC)
 
Auch mit Beginn des neuen Jahres konnte sich der Winter mit reichlich Schnee und Kälte halten. Winterfreunde kamen im Januar voll auf ihre Kosten, während die Freunde der Sonne genau wie im Dezember wenig Freude bekamen.

Der Januar 2021 war durchaus von kalten, winterlichen Temperaturen geprägt. So wurde an 29 Tagen Luftfrost registriert, an 17 Tagen davon wurde nicht einmal der Gefrierpunkt überschritten und es blieb dauerfrostig. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2020 kam das nur an 10 Tagen vor. Insgesamt war die erste Monatshälfte deutlich kälter, da ab dem 20. Januar kurzfristig eine deutliche Milderung einsetzte, eine weitere Milderung gab es rund um die letzten Tage des Monats. Die höchste Temperatur wurde am 22.01. mit 8,6 Grad gemessen, die tiefste Temperatur am Morgen des 11.01. mit -10,6 Grad, was zudem noch der tiefste Wert seit knapp zwei Jahren war. Im Monatsmittel lag die Temperatur letztlich bei -1,8 Grad, das bedeutet eine Abweichung von -0,5 Grad gegenüber der neuen Referenzperiode der Jahre 1991 bis 2020. In Bezug zur Referenzperiode 1961 bis 1990, die für die langfristige Beurteilung des Klimas relevant bleibt, war der Januar dagegen 1,1 Grad wärmer.

Die ersten Wochen des Jahres waren geprägt von Tiefausläufern, die immer und immer wieder Niederschläge über die Region ziehen ließen, meist als Schnee. So fiel an 24 Tagen Niederschlag, an 23 Tagen davon war es Schnee. Das waren die meisten Schneefalltage innerhalb eines Kalendermonats seit Messbeginn im Juni 2012. Die größte Tagessumme fiel am 29.01. mit 10,8 Liter pro Quadratmeter als Deutschland von einer Luftmassengrenze geteilt wurde. In Summe fielen 76,8 Liter pro Quadratmeter, was ein Plus von 37 Prozent gegenüber dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020 entspricht und ein Plus von 38 Prozent gegenüber 1961 bis 1990. Noch ein paar Worte zum Schnee: An allen Tagen lag im Januar eine geschlossene Schneedecke. Die höchste Schneedecke lag zum Messtermin am 19.01. mit 25 Zentimeter, soviel wie seit Anfang Februar 2019 nicht mehr. Im Mittel hatte der Januar an der Wetterstation Markneukirchen eine Schneehöhe von 14,7 Zentimeter, mehr gab letztmalig im Januar 2019.

Die Sonne hatte es mit den zahlreichen Tiefausläufern wahrlich schwer. Nur an 13 Tagen bekam man sie im ersten Monat 2021 überhaupt zu Gesicht. Den meisten Sonnenschein gab es am letzten Januartag als sie 7,8 Stunden schien. Insgesamt kamen wir aber nur auf eine Sonnenscheindauer von 27,2 Stunden, das war immerhin mehr als noch im Dezember. Nichtsdestotrotz entspricht diese Sonnenscheindauer nur etwa 58 Prozent derer, die im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 zusammenkam und knapp 61 Prozent im Vergleich zu 1961 bis 1990.

Für den gesamten Winter lässt sich nun schon recht sicher sagen, dass dieser deutlich zu trüb ausfallen wird. Für Temperatur und Niederschlag ist dagegen noch viel möglich. Der Februar bringt oft noch einiges an Schnee und die kältesten Nächte des Winters, aber auch die Brücke zum Frühling hat der Februar schon in manchen Jahren geschlagen.

 Der Januar 2021 im Archiv


 

 RÜCKBLICK JAHR 2020: Der Klimawandel wurde in 2020 erneut spürbar
  Autor: Florian Wunderlich am 01.02.2021 um 12:55 (UTC)
 
Das Jahr 2020 liegt hinter uns. Ein Jahr, welches in vielerlei Hinsicht besonders und außergewöhnlich war. In der Meteorologie war 2020 erwartungsgemäß ein weiteres Rekordjahr, das uns die Auswirkungen des Klimawandels vor Augen geführt hat. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat in Deutschland nach Auswertung seiner knapp 2.000 Wetterstationen im Flächenmittel eine Durchschnittstemperatur von 10,4 Grad ermittelt. Damit war 2020 hierzulande das zweitwärmste Jahr seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Nur 2018 lag mit 10,5 Grad knapp darüber, 2019 belegt mit 10,3 Grad den dritten Platz. Einen ausführlichen Bericht über das Jahr 2020 in Deutschland, lesen Sie hier.

DAS JAHR 2020 IN MARKNEUKIRCHEN
Richten wir den Fokus nun auf das Wetterjahr 2020 an meiner Wetterstation Markneukirchen. Im Jahresmittel lag die Temperatur bei 8,6 Grad und damit 0,2 Grad hinter 2019. Im Vergleich zum Klimamittel der international gültigen Referenzperiode der Jahre 1961 bis 1990 war das Jahr 2,2 Grad zu warm. Zieht man die ab 2021 gültige Referenzperiode heran, welche die Jahre 1991 bis 2020 umfasst, ergibt sich noch immer eine positive Abweichung von 0,9 Grad.

In 2020 setzte sich die Trockenheit der letzten beiden Jahre nahtlos fort. In der zweiten Jahreshälfte wurde es etwas nasser und die Trockenheit wurde zumindest lokal etwas gelindert. In der Summe fielen 716,2 Liter pro Quadratmeter, das waren knapp 97 Prozent des Klimamittels und etwa 18 Liter mehr als 2019. Insgesamt fiel an 169 von 366 Tagen Niederschlag, 47 davon waren Schneefalltage.

Genau wie die Jahre davor, war auch die Sonne in 2020 wieder deutlich länger und häufiger zu sehen als üblich. Die Jahressonnenscheindauer lag bei 1.668,4 Stunden, das entspricht einem Plus von etwa 8 Prozent. 2019 wurden lediglich 6 Stunden weniger Sonnenschein registriert. An 300 Tagen schien die Sonne insgesamt. Die mittlere Tagessonnenscheindauer lag in 2020 bei 4,6 Stunden.

DIE HIGHLIGHTS DES JAHRES 2020
Das Jahr begann mit einer ausgeprägten Hochdruckwetterlage, welche immer wieder recht milde Luftmassen zu uns führte. Am 20. Januar wurde mit Hoch "Ekart" ein Luftdruck von 1047,8 Hektopascal registriert. Der erste Allzeit-Rekord in meiner Aufzeichnung des neuen Jahres. Ende Januar wurden erstmals zweistellige Temperaturen gemessen. Der Winter mit Schnee und Kälte hatte im Januar absolut keine Chance. Dafür schien die Sonne zu Beginn des Jahres sehr ausgiebig.

Sonnenaufgang an der Wetterstation am 21. Januar 2020Der Februar versuchte anfangs den Winter zu bringen. Die Tiefs "Ottilia" und "Petra" brachten Anfang Februar kurzfristig etwas Schnee. Immerhin 7 Zentimeter lagen am 05. Februar, es blieb die höchste Schneedecke des Winters und des Jahres. Am Ende derselben Woche bereitete uns das Sturmtief "Sabine" einen turbulenten Sonntag und Montag. In Verbindung mit den teils kräftigen Schauern wurde mit 88,5 Kilometer pro Stunde (Windstärke 9) die stärkste Böe des Jahres und seit Messbeginn im Juni 2018 erfasst. "Sabine" und weitere Sturmtiefs, die in den folgenden Wochen Mitteleuropa beeinflussten, brachten nicht nur jede Menge Niederschlag, sondern weiterhin auch sehr milde Atlantikluft und trieben das Thermometer am 17. Februar auf fast 14 Grad.

Abziehender Schauer mit leichten Mammatus-Wolken am 11. Februar 2020Bis in den März hinein blieb es windig bis stürmisch, mild und nass. Einige Bäume fielen dieser Sturmserie zum Opfer. Ab Mitte März als das Coronavirus erstmals härtere Einschränkungen von uns verlangte, stellte sich die Wetterlage um. Statt milder Atlantikluft, erreichten uns durch Hochs wie "Jürgen" oder "Keywan" nun über Wochen trockene, meist aber frühlingshafte Luftmassen. Einige von uns werden sich sicherlich noch an den strahlendblauen Himmel während des ersten Corona-Lockdowns erinnern. Was oft fälschlicherweise dem fehlenden Flugverkehr zugeordnet wurde, lag schlicht an der trockenen Luft. Rund um den 20. März erreichte Mitteleuropa ein kleinerer Kälteeinbruch, der am Morgen des 23. März die Temperatur auf -8,1 Grad hat fallen lassen. Das war und blieb die tiefste Temperatur des Jahres 2020 an der Wetterstation Markneukirchen. In den letzten Tages des März ließ sich der Winter mit etwas Schnee nochmal kurz blicken.

Ein weiterer Kälteeinbruch, ausgelöst durch Hoch "Nikolas" und Tief "Tanja" Mitte April, unterbrach die frühlingshafte Witterung und brachte neuerlich etwas Schneefall rund um die Ostertage. Ungeachtet dieser kurzen Einbrüche blieb der April mild, vor allem aber extrem trocken und sonnig. Der Monat war mit nur 10,6 Liter pro Quadratmeter der trockenste und mit 278,3 Sonnenstunden der sonnigste Monat des gesamten Jahres.

Wolkenloser Himmel mit Trübung durch Saharastaub am 07. Mai 2020Anfang Mai machte die Hochdruckwetterlage schlapp, die Folge war ein recht durchwachsener Monat, der eher dem April die Ehre machte. Besonders erwähnenswert ist hier ein ungewöhnlich markanter Kaltlufteinbruch Mitte des Monats. Neben frostigen Nächten, gab es am 11. und 12. Mai auch Schneefall, der zumindest am Abend des 11. Mai kurz liegen blieb. In der zweiten Monatshälfte wurde es jahreszeitgemäß deutlich milder, erste Gewitter kamen hinzu. Der Mai war der einzige Monat des Jahres der zu kühl ausfiel, genau wie 2019.

Auch Anfang Juni blieb es noch recht frisch, ehe der Sommer aber richtig zum Zuge kam. Die Marke von 25 Grad, welche einen Sommertag in der Klimatologie kennzeichnet, wurde am 13. Juni erstmalig in 2020 überschritten. Schauer und Gewitter sorgten für teils kräftige Niederschläge. Zum Monatsende setzte sich stabileres und durchschnittliches Sommerwetter durch.

Astro-Highlight 2020: Der Komet Das blieb zumeist bis Mitte Juli. Niederschläge gab es bis dahin kaum, die Folgen der Trockenheit wurden an der Vegetation langsam sichtbar. In der zweiten Julihälfte stiegen die Temperaturen noch etwas an und blieben konstant rund um die 25-Grad-Marke. Ein besonderes Highlight gab es am 20. Juli: Tief "Anja" schaufelte feuchte, energiereiche Luft nach Mitteldeutschland. Daraus resultierte ein heftiges Hagelgewitter, welches sich über dem Thüringer Wald gebildet hatte und über Markneukirchen hinweg zog. Binnen 10 Minuten fielen 20 Liter pro Quadratmeter (l/m2), zwischenzeitlich wurde eine Regenrate von 378,6 l/m2 pro Stunde (=mm/h) gemessen. Der bisherige Rekord aus 2018 mit 234 mm/h wurde förmlich pulverisiert. Neben diesem Extrem an Regen kam es auch zu minutenlangem Hagel. Das größte Hagelkorn an der Wetterstation hatte eine Korngröße von 1,8 Zentimeter im Durchmesser. Seit Messbeginn des Niederschlags im Juni 2012 wurde das noch nicht beobachtet.

Mit Beginn des letzten Sommermonats August, drehte der Sommer richtig auf. Eine heiße Wetterphase begann am 01. August als erstmals auch die 30-Grad-Marke überschritten wurde. Bis 21. August blieb es bei dieser Hitzewelle. An diesem Tag wurden 33,2 Grad gemessen, die höchste Temperatur des Jahres 2020. Zwischenzeitlich bildeten sich in der schwülen Luft kräftige Gewitter. So auch am 10. August, als ein Blitz nur etwa 100 Meter von der Wetterstation entfernt, einschlug und zahlreiche Schäden an Elektronikgeräten verursachte. Am 17. August bildete sich eine Konvergenz (zusammenströmende Luftmassen), an der mehrere Gewitter entstanden und dadurch den niederschlagreichsten Tag in 2020 zufolge hatte. 43,8 Liter pro Quadratmeter fielen binnen 24 Stunden. In der letzten Augustwoche gab es mit Sturmtief "Kirsten" einen ungewöhnlich starken Sturm für diese Jahreszeit. 70,8 Kilometer pro Stunde wurden am 26. August gemessen - eine Windgeschwindigkeit, die für belaubte Bäume eine große Gefahr bedeutet. An den beiden letzten Tagen im August geriet durch Tief "Marlis" sehr feuchte Luft von Osten her nach Sachsen. Die Folge waren starke Niederschläge, die letztlich eine Monatssumme von 149,3 Liter pro Quadratmeter zustande brachten. Das ist die höchste Monatssumme seit Messbeginn gewesen. Der bisherige Spitzenreiter war mit 142,9 Liter pro Quadratmeter der Mai 2013, auf den bekanntlich das Jahrhundert-Hochwasser folgte.

Sonnenaufgang am Morgen des 24. Juni 2020Im September beruhigte sich die Großwetterlage erneut. Bevor Ende des Monats der Herbst kam, verliefen die ersten drei Septemberwochen sehr freundlich, sonnig und vor allem sommerlich. Immer wieder stieg das Thermometer auf und um die 25-Grad-Marke. In der letzten Woche des Monats kam es mit den Tiefs "Wicca" und "Xyla" zu einem herben Temperaturrückgang, der mit viel Niederschlag auch einen Vorgeschmack auf den Oktober geben sollte.

Denn der war in 2020 alles andere als golden. Statt den ersehnten letzten warmer Sonnenstrahlen im bunten Herbstlaub, gab es im Oktober nur wenig Sonne, dazu war es auch nass. Schnee oder Sturm gab es nicht, es blieb noch frostfrei.

Schönwetter-Wolken am Sommerhimmel (Fachbezeichnung: Cumulus humilis)Im November begann eine neuerliche Trockenheitsphase, die sich sogar bis Mitte Dezember fortführen sollte. Am 19. November fiel der erste Schnee des Winters, kalt wurde es mit erstem Dauerfrost in den darauffolgenden Tagen. Insgesamt zeigte sich vor allem Anfang November häufiger die Sonne, sodass in milder Luft zumindest die letzten schönen Tage genossen werden konnten. Ein Zusammenspiel von Hoch "Pit" und Tief "Nina" ließ am 02. November den Klimawandel spürbar werden. 17,3 Grad wurden in Markneukirchen gemessen, verbreitet wurden es in Deutschland über 20 Grad. Spitzenreiter war das Rhein-Main-Gebiet, wo fast 24 Grad gemessen wurden. Allzeit-November-Rekord für Deutschland.

Im Dezember blieb die Sonne oft hinter der dichten Wolkendecke. Mit 16,6 Stunden Sonnenschein war es der trübste Monat in 2020 und seit Messbeginn im Juni 2018. Nach anfänglichem winterlichen Intermezzo, kehrten bald milde Luftmassen zurück, die zwar kaum Niederschlag, dafür aber viel Wind mit sich führten. Erst in den letzten Tagen des Jahres wurde es sehr viel nasser. An Weihnachten kam mit einfließender Kaltluft auch ein Hauch des Winters. Am 25. Dezember lagen immerhin 7 Zentimeter Schnee, soviel wie Anfang Februar bereits. Dieser Schnee blieb bis zum Ende dieses unvergesslichen Jahres liegen.

FAZIT
2020 hat uns erneut gezeigt, dass die Folgen des Klimawandels nicht mehr nur abstrakt in der Zukunft liegen. Die Folgen der Klimaerwärmung können wir erleben, sie sind sichtbar, spürbar und werden unser aller Leben in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mehr und mehr beeinträchtigen.

DIE KLIMAREFERENZPERIODE
Mit dem Jahr 2020 ging auch für die Betrachtung des Klimas eine lange Reihe zu Ende. Seit dem Jahr 1991 wurde als Klimamittel die Messreihe der Jahre 1961 bis 1990 herangezogen. Nun 30 Jahre später, ändert sich diese. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und sämtliche nationale Wetterdienste haben sich darauf geeinigt, dass die Klimareferenzperiode alle 30 Jahre angepasst wird und es keine überlappenden Zeiträume geben soll. Aus diesem Grund wird nun in 2021 ein neues Klimamittel gelten. Es umfasst die letzten 30 Jahre, also 1991 bis 2020. Die Extremen der letzten Jahre sind nun quasi "Normalität" geworden. Es birgt ein wenig die Gefahr, dass die Erwärmung des Klimas nun nicht mehr so gravierend auffällt oder wahrgenommen wird, wenn wir über die Abweichungen gegenüber dem Klimamittel schreiben, reden oder berichten.

Ergänzung: Im Januar 2021 hat die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) eine neue Empfehlung ausgesprochen. Aufgrund der rasant zugenommenen Erwärmung des Klimas, reicht es laut WMO nicht mehr aus, die Klimareferenzperiode zur Einordnung aktueller Monate, Jahreszeiten und Jahre nur alle 30 Jahre anzupassen. Es wird daher empfohlen diese nun alle 10 Jahre zu aktualisieren. Für die langfristige Bewertung des Klimas wird dagegen die Referenzperiode von 1961 bis 1990 beibehalten, da diese nur einen geringen Teil der starken Erwärmung seit den 1980er-Jahren beinhaltet. Hier die Empfehlung zum Nachlesen: Neue_Referenzperiode (dwd.de)

DER KLIMAWANDEL IN DER REGION
Die Jahresmitteltemperatur in den Jahren 1961 bis 1990 lag bei 6,4 Grad an der Wetterstation in Hof, das war die letzten 30 Jahre "normal". Nun liegt die Jahresmitteltemperatur in den Jahren 1991 bis 2020 schon bei 7,7 Grad und wird die nächsten 30 Jahre das neue "normal". Das Klima hat sich hier bei uns in den letzten drei Jahrzehnten um 1,3 Grad erwärmt.

Erschreckend viel in erschreckend kurzer Zeit. Schwerwiegende Veränderungen beim Klima sehen wir in der Atmosphäre, bei Flora und Fauna, in den Meeren. Wenn wir den Mut haben zu handeln, können wir dagegen steuern. Aber wir sollten nicht länger warten.

Das Jahr 2020 im Archiv


 

 RÜCKBLICK DEZEMBER 2020: Sehr trüber Jahresabschluss
  Autor: Florian Wunderlich am 01.02.2021 um 12:49 (UTC)
 
Mit dem Dezember ging ein unfassbares Jahr zu Ende, was uns wohl lebenslang in Erinnerung bleiben wird. Aus meteorologischer Sicht ist 2020 ebenfalls ein besonderes Jahr gewesen, denn es war deutschlandweit das zweitwärmste Jahr nach 2018.

In Markneukirchen begann der Dezember mit recht winterlichen Temperaturen, fand nach den ersten Tagen aber schnell zu überdurchschnittlichen Werten zurück. Kurz vor Weihnachten kamen mit einem kräftigen Atlantiktief sogar fast frühlingshafte Luftmassen nach Deutschland. So erreichte die Temperatur am 22. Dezember 10,3 Grad, der höchste Wert des Monats. An Weihnachten drehte die Strömung auf Nord und brachte neben Abkühlung auch einen zarten Hauch von Winter mit. Am Morgen des 26. Dezembers wurde unter aufklarendem Himmel die tiefste Temperatur mit -6,8 Grad gemessen, direkt über dem frischgefallenen Schnee kühlte es bis auf -12,2 Grad ab. Letztlich ergab sich im Dezember eine Monatsmitteltemperatur von 1,0 Grad. Gegenüber dem Klimamittel der internationalen Referenzperiode, welche die Jahre 1961 bis 1990 umfasst, ist das eine positive Abweichung von 2,5 Grad.

Um den 20. Dezember endete eine seit Anfang November andauernde trockenere Witterungsphase. Erst mit der Umstellung der Wetterlage ab 21. Dezember wurde es deutlich nasser. Die höchste Tagessumme gab es am 23. Dezember mit 20,7 Liter pro Quadratmeter. Insgesamt fiel an 14 Tagen Niederschlag, dabei kam eine Summe von 38,7 Liter auf den Quadratmeter zusammen. Das entspricht etwa 57 Prozent des langjährigen Mittelwertes. Pünktlich an Weihnachten kam ein Hauch des Winters: 7 Zentimeter Schnee lag am 25. Dezember, diese Schneedecke hielt sich unter leichter Abnahme bis zum Ende des Monats.

Im Dezember gab es neben zu wenig Niederschlag, auch sehr wenig Sonnenschein. An 17 Tagen des Dezembers blieb die Sonne ganztägig hinter dichten Wolken. Nur 16,6 Stunden schien die Sonne in Summe, das sind 44 Prozent des Klimamittels. Damit war es zugleich die geringste monatliche Sonnenscheindauer an der Wetterstation Markneukirchen seit Messbeginn im Juni 2018.

Ein Blick noch auf den Wind, der im Monatsmittel mit 11,8 Kilometer pro Stunde den höchsten Wert seit Februar erreicht hat. Die windigsten Tage waren in absteigender Reihenfolge der 27., 04. und 06. Dezember. An 26 Tagen kam der Wind dabei überwiegend aus südöstlichen Richtungen.

Der Dezember 2020 im Archiv


 

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