Wetterstation
Markneukirchen

Wetterstation

STANDORT
Markneukirchen liegt im sächsischen Vogtlandkreis, im Süden des Freistaats Sachsen. Die Region befindet sich zwischen dem Erz- und dem Fichtelgebirge, direkt an der tschechischen Grenze. Die Höhenstufen innerhalb des Ortes reichen von 465 Meter im Ortsteil Siebenbrunn bis hin zur Gopplasgrüner Höhe und dem Berg "Hoher Brand" mit 803 Meter über dem Meeresspiegel. Die Wetterstation steht im nördlichen Teil der Stadt, auf einer Anhöhe zwischen dem Markneukirchner Zentrum und dem Ortsteil Breitenfeld auf exakt 50° 9' 19' nördliche Breite und 12° 9' 47'' östliche Länge, sowie auf einer Höhe von 570 Meter über dem Meeresspiegel.
Hier der Blick auf Markneukirchen in Richtung Norden mit Breitenfeld im Hintergrund.

STATION UND MESSFELD
Die Wetterdaten werden seit 01. Januar 2018 von einer Davis Vantage Pro 2 erfasst, eine Wetterstation vom amerikanischen Hersteller Davis Instruments. Die Station befindet sich in einem 100 Quadratmeter großen Messfeld, das mit kurzgehaltenem Gras bewachsen ist und überwiegend von der Sonne beschienen wird. Nach Osten hin grenzen Bäume an, die dafür sorgen, das Niederschläge oder Schnee nicht zu stark durch den Wind abgetragen werden können und dennoch ist eine ausreichende Belüftung gegeben. Beim Aufbau der Wetterstation und deren Messgeräte wurde großen Wert auf die Richtlinien der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gelegt, damit die Wetterdaten auch eine Aussagekraft haben. Dennoch ist es nicht immer möglich alle Richtlinien im privaten Bereich umzusetzen.



TEMPERATUR, LUFTFEUCHTE UND NIEDERSCHLAG
Die Messung der Temperatur und Luftfeuchte erfolgt auf exakt 2,00 Meter Höhe. Das Thermometergehäuse ist ventiliert, das führt zu einer sehr hohen Genauigkeit bei der Temperatur- und Feuchtemessung. Der Messintervall der Temperatur beträgt 10 bis 12 Sekunden und für die Luftfeuchte 50 bis 60 Sekunden.

Der Niederschlag wird auf einer Höhe von 1,50 Meter gemessen. Zum Einsatz kommt ein automatischer Regenmesser mit einer Auffangfläche von 214 Quadratzentimeter und einer Mengenauflösung von 0,25 Liter pro Quadratmeter. Diese Daten werden durch einen nebenan stehenden Hellmann-Regenmesser mit einer Auffangfläche von 100 Quadratzentimeter korrigiert. Aus terminlichen Gründen werden die Kontrollmessungen der 24-stündigen Niederschlagsmengen eines Tages um 20 Uhr (MEZ) oder 21 Uhr (MESZ) durchgeführt. Ebenso wird während der Wintersaison vom 01. Oktober bis 30. April zur selben Zeit die Schneehöhe gemessen. Die Niederschlagssensoren verfügen alle über einen Vogelschutzring im Sommerhalbjahr sowie über ein Schneekreuz im Winterhalbjahr, damit gefallener Schnee nicht aus den Auffangtrichtern geweht werden kann. Der Messintervall des Niederschlags und der Niederschlagsrate beträgt 10 bis 12 Sekunden.
 

 
WIND UND SONNE
Die Windstärke und Windrichtung wird seit 01. Juni 2018 in 10,00 Meter Höhe mittels Schalenkreuzanemometer und Windfahne gemessen. Der Messintervall der Windgeschwindigkeit und Windrichtung beträgt 2,5 bis 3 Sekunden. Bis 31. Mai 2018 wurde der Wind lediglich in einer Höhe von knapp 2,50 Meter gemessen und umgeben von Bäumen und Gebäuden. Diese Werte haben keine Aussagekraft.
           
Der UV-Index und die Solarstrahlung werden seit 01. Juni 2018 mit einem Pyranometer in einer Höhe von 9,50 Meter erfasst. In dieser Höhe sehen die Sensoren in fast allen Himmelsrichtungen den Horizont. Der Messintervall der Solarstrahlung und des UV-Index beträgt 50 bis 60 Sekunden, bei Dunkelheit 5 Minuten. Aus den Daten der Solarstrahlung errechnet später die Software die Sonnenscheindauer, während der UV-Index Auskunft über die Sonnenbrand verursachende ultraviolette Strahlung gibt. Außerdem kann anhand dieser Werte von der Software die Evapotranspirationsmenge (Verdunstungsmenge an Wasser aus Tier- und Pflanzenwelt) errechnet werden.

Aufgrund der geografischen Lage von Markneukirchen mit vielen umliegenden Erhebungen und den Bergen "Hoher Brand (803 m)" nordöstlich und "Hoher Stein (774 m)" östlich bis südöstlich, steigt die Sonne an der Wetterstation rund 15 bis 30 Minuten später über den Horizont und sinkt knapp 5 bis 15 Minuten früher unter den Horizont im Vergleich zu den astronomischen Angaben zu Sonnenauf- und Untergang.

 

DAS ERDBODENMESSFELD
In diesem drei Quadratmeter großen Feld werden Temperaturen und Feuchtigkeit in verschiedenen Tiefen des Erdbodens gemessen. An meiner Wetterstation erfolgt eine Temperaturmessung sowohl 5 Zentimeter über dem Erdboden (die Höhe ist verstellbar und somit an eine Schneedecke anpassbar), als auch in 10, 20 und 50 Zentimeter Tiefe. Das ist vor allem interessant, wenn es im Winter um die Eindringtiefe des Frosts geht. Außerdem wird der Feuchtegehalt des Bodens in 10, 20 und 50 Zentimeter Tiefe gemessen. Ein Feuchtesensor in 60 Zentimeter Tiefe dient zur Kontrolle und fließt deshalb nicht in die Aufzeichnung mit ein. Das Erdbodenmessfeld ist frei von Bewuchs. Der Messintervall der Bodentemperaturen beträgt 40 bis 48 Sekunden, der Messintervall der Bodenfeuchte beträgt 62 bis 75 Sekunden. Die Auflösung der Temperatursensoren liegt lediglich bei 0,5 bis 0,6 Grad.

Bereits vom 01. Mai 2015 bis 31. Dezember 2017 wurde die Temperatur in 5 Zentimeter über Grasnarbe gemessen. Es wurden nur die Tageshöchst- und -tiefstwerte gespeichert, jedoch ist die Aufzeichnung teilweise lückenhaft.

Ende August 2018 wurde die Agrarstation um einen Blattfeuchtesensor erweitert. Dieser befindet sich in zirka 80 Zentimeter Höhe und gibt mit den Zahlen 0 = komplett trocken bis 15 = komplett nass den Oberflächenzustand an. Der Messintervall beträgt 12 bis 18 Sekunden. Somit dient er der frühzeitigen Erkennung von sehr geringen Niederschlägen (Nieselregen, leichte/kurze Schauer, Tau), die von dem automatischen Niederschlagssensor nur zeitverzögert oder gar nicht erfasst werden können.
 
 

AUSWERTUNG UND SICHERUNG
Die erfassten Daten der Wetterstation werden per Funk alle 2,5 Sekunden an die Konsole gesendet und dort zunächst lokal abgespeichert. Die Konsole ist in der Lage Messwerte grafisch darzustellen sowie Höchst- und Tiefstwerte für bestimmte Zeiträume anzuzeigen. Auf Grundlage der gemessenen Wetterdaten erstellt die Konsole einen Wettertrend für die nächsten 12 bis 48 Stunden. Die Konsole misst auch alle 60 Sekunden den Luftdruck und reduziert ihn unter Berücksichtigung von Temperatur und Feuchte auf Meereshöhe.

Mittels USB-Datenlogger werden die Daten anschließend auf den PC übertragen. Die Auswertung der Daten übernimmt hier die Software Cumulus von Sandaysoft und zusätzlich, wegen der besseren Aufbereitung der Erdbodenmessdaten, die Software WeatherLink von Davis Instruments. Diese speichern alle eingehenden Daten, berechnen weitere wichtige Parameter, unter anderem die gefühlte Temperatur, den Taupunkt oder Durchschnittswerte und führen alles tabellarisch in Listen und grafisch in Diagrammen auf. Der Aufzeichnungsintervall liegt seit 01. Januar 2018 bei 1 Minute, zuvor bei 5 Minuten.


 
DIE EHEMALIGE WETTERSTATION
Vom 01. August 2013 bis 31. Dezember 2017 wurden die Daten von einer Fine-Offset Wetterstation WH-1080 erfasst. Bei dieser wurde Temperatur, Luftfeuchte auf 2,00 Meter Höhe und Niederschlag mittels Hellmann-Regenmesser (bereits seit 11. Juni 2012) auf 1,50 Meter Höhe gemessen, der Wind nur in einer Höhe von 2,70 Meter und umgeben von Gebäuden.

Durch den damaligen Standort wurden je nach Sonneneinstrahlung bis zu 5 Grad höhere Tagestemperaturen gemessen. Diese Daten werden in der kommenden Zeit auch im Archiv abgeändert.
Die Temperaturdaten in den Rekorden sind bereits korrigiert!



Regenradar
Quelle: DWD.de

Blitze
Quelle: Meteopool.org

Warnungen DWD
Quelle: DWD.de

Warnungen UWZ
Aktuelle Unwetterwarnungen für Deutschland
Quelle: Unwetterzentrale.de
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